Die zentrale wirtschaftliche Frage ist einfach: Besitzt das Unternehmen tatsächlich den Code, die Designs, die Dokumentation und das weitere geistige Eigentum, das für das Projekt entsteht?
1. NDA und Vertraulichkeit
Die Vereinbarung sollte stehen, bevor Produktlogik, Kundeninformationen, Daten, Preise, Workflows, Zugangsdaten oder technische Architektur besprochen werden. Sie sollte die Nutzung vertraulicher Informationen auf das Projekt beschränken, die Weitergabe an Subunternehmer regeln und sichere Handhabung sowie Löschung verlangen.
2. Entwicklungsvertrag und Leistungsbeschreibung
Das ist der wirtschaftliche Vertrag. Er definiert, was gebaut wird, wie die Bezahlung funktioniert und wann eine Leistung als abgeschlossen gilt. Umfang, Meilensteine, Abnahmekriterien, Zugang zum Quellcode, Eigentum an Infrastruktur, Dokumentation, Open-Source-Abhängigkeiten und die Frist für Fehlerbehebungen sollten explizit sein.
Repository, Cloud-Konten, Domain, Datenbank, Analytics, API-Schlüssel und Zahlungsinfrastruktur sollten von Anfang an unter Kontrolle des Unternehmens stehen. Eine saubere Übergabe ist Teil der Leistung.
3. Übertragung geistigen Eigentums
Die Vereinbarung sollte festhalten, dass der externe Entwickler sämtliche Rechte am Arbeitsergebnis an das Unternehmen überträgt. Dazu gehören Code, Interface-Design, Architektur, Datenbankdesign, Algorithmen, Prompts, Workflows, Dokumentation und abgeleitete Werke.
Bereits bestehende Werkzeuge können beim Entwickler verbleiben. Sie sollten aber offengelegt und so umfassend lizenziert werden, dass das Unternehmen das Produkt ohne Abhängigkeit weiter betreiben, finanzieren und verkaufen kann.
Alle für das Projekt geschaffenen Arbeitsergebnisse sollten dem Unternehmen übertragen werden. Zurückbehaltene bestehende Werkzeuge müssen offengelegt und umfassend lizenziert sein.
4. Die minimale Ausstattung
- NDA: vor detaillierten Gesprächen.
- Softwareentwicklungsvertrag und Leistungsbeschreibung: vor Beginn der Arbeit.
- Übertragung geistigen Eigentums: als eigene Vereinbarung oder expliziter Anhang.
In der Investor Due Diligence wird gefragt, ob das Unternehmen den Code besitzt. Diese Dokumente sorgen dafür, dass die Antwort klar ist.
